BERICHTE ALLER OPERIERTEN KINDER
Herzzentrum Duisburg: Nisa ist erfolgreich am Herzen operiert! |
![]() ![]() Nisa nach der schweren Herzoperation, 25./26. November 2008Unsere kleine Herzpatientin Nisa ist nun nach vielen Spendensammlungen erfolgreich operiert worden. Die renommierten Herzspezialisten am Herzzentrum Duisburg, Frau Prof. Dr. med. S. Däbritz und Herr PD Dr. med. O. Krogmann, konnten die schwere Herzfehlbildung erfolgreich operativ korrigieren. Die Herzoperation erfolgte am 24. November 2008. Allerdings musste Nisa bis zum 25.11.2008 künstlich beatmet werden, da eine Verengung in der Luftröhre das Atmen erheblich erschwerte. Die Ärzte vermuteten den Grund für die Verengung in Zusammenhang mit der Lippen-Gaumenspalte. Nisas Herz befindet sich statt auf der linken, auf der rechten Brustseite. Die komplexe Diagnose: Trikuspidalatresie, Transposition der großen Arterien, Pulmonalstenose, links persistierende obere Holvene, Dextrokardie. Das bedeutet konkret, Nisa hat nur eine funktionierende Herzkammer und kann nur in Richtung Fontan-Zirkulation palliiert werden. Dazu sind zwei operative Schritte notwendig. Den ersten hat Nisa nun überstanden, den zweiten wird sie voraussichtlich mit ihrem 4. Lebensjahr benötigen. Nun befindet sich unsere kleine tapfere Herzpatientin erst einmal auf dem besten Wege der Genesung und kann schon in wenigen Tagen stationär entlassen werden! Nach einem ca. zweiwöchigen Aufenthalt bei einer Gastfamilie in Duisburg wird Nisa erneut eingehend untersucht und, sofern alle Untersuchungsergebnisse zufriedenstellend sind, in ihre Heimat Mus Merkez/Türkei entlassen. In ca. 1-2 Jahren werden wir Nisa erneut operieren lassen müssen, hierzu werden wir wieder Spendenhilfe benötigen und hoffen erneut auf jede machbare Spendenhilfe! Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals von Herzen bei allen Spendern und Helfern bedanken. Insbesondere die großen Tageszeitungen WAZ Duisburg und NRZ Duisburg halfen tatkräfitg mit, vielen Menschen den Spendenaufruf für Nisa zugänglich zu machen. So trugen sich die Operationskosten in der gebotenen Zeit zusammen. Für Nisa gibt es auch eine eigene Internetseite, erstellt von Emel Aksoy, in Duisburg lebender, Hilfe suchender Bekannte der Familie: http://www.nisabrauchteineherzop.npage.de Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 370 205 00) Kontonummer 10 89 600 Stichwort: Nisa OP 2
Bild 1 und 3: Nisa, Bild 2: Nisas Mutter, Nisa und Nisas Bruder (v. l.), vor der Operation Das "Gesundheitssystem" in der Türkei lässt Kinder wie Nisa ohne Krankenversicherung im Stich. Nachfolgend dazu einige Erläuterungen: Die Beschreibungen des türkischen Gesundheitswesens in den Darstellungen internationaler und nationaler, staatlicher und nichtstaatlicher Institutionen und Organisationen ähneln sich und sind doch verschieden. Obwohl die Gesamteinschätzungen variieren, kommt stets zum Ausdruck, dass ein gleichberechtigter Zugang zu medizinischer Versorgung in der Türkei nicht gewährleistet ist. Sowohl die World Health Organization (WHO) als auch die Europäische Union (EU) zeigen auf, dass die Türkei, gemessen an ihrem Einkommen, welches noch immer weit unter dem der Deutschen liegt, vergleichsweise schlechte Gesundheitsindikatoren aufweist. Die Berichte Türkei - Medizinische Versorgungslage, Juli 2003 der EU verdeutlichen, dass eine Verbesserung im türkischen Gesundheitswesen nur durch Strukturreformen und zusätzliche Investitionen im Gesundheitsbereich herbeigeführt werden kann. Das Bundesamt für Flüchtlinge gesteht zwar ein, dass die Grüne Karte* (türkisch: Yesil Kart) wiederholt nur an Günstlinge vergeben wird, erwähnt aber nicht, dass Patienten mit der Grünen Karte teilweise von Universitätskliniken abgewiesen werden. Das deutsche Auswärtige Amt äußert sich dahingehend, dass die Gesundheitsversorgung häufig nicht mit den europäischen Standards verglichen werden kann. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe verdeutlicht in ihren bisherigen Lageanalysen zur Türkei die Bedeutung der finanziellen Möglichkeiten des Patienten und die großen Unterschiede der Behandlungsqualität zwischen privaten und staatlichen Krankenhäusern. Nisa und ihre Familie leben in einem ländlichen Gebiet der Türkei und genießen leider wie so viele andere türkische Menschen keinen Sozialversicherungsschutz. Nisa würde armutsbedingt versterben. Solange sich in der Türkei dahingehend nichts ändert, müssen wir Einzelschicksalen wie Nisa eine lebensrettende Hilfe sein - darum hoffen wir auf Ihre Mithilfe! zurück |